Diese Geschichte schrieb leobooklove.jimdosite.com @leobooklove Liebesgeschichte

Hoffnung

Genau hier vor dieser Telefonkabine hatte sie ihn das letzte Mal gesehen. Mit hängenden Schultern hatte er vor ihr gestanden. Sie konnte sich noch genau an seinen Blick erinnern. So unendlich traurig.

>Ich kann nicht mehr. Du raubst mir die Luft zum Atmen.< Elf alles vernichtende Worte.

Auch nach zwei Jahren schmerzten seine Worte noch immer so sehr. Inzwischen wusste sie, dass sie ihn mit ihrer unendlich großen Liebe fast erdrückt hatte. Aus lauter Angst ihn zu verlieren, hatte sie ihn eingeengt. Hatte nicht bemerkt, dass sie damit genau das Gegenteil erreicht hatte. Immer mehr hatte er sich zurückgezogen. Musste plötzlich länger arbeiten, machte mehr Sport, traf sich ohne sie mit seinen Freunden.

Sie war so blöd gewesen. Diesen Fehler würde sie nie wieder machen. Nie, nie wieder.

Ob er noch an sie dachte? Wenigstens hin und wieder? Sie dachte jeden Tag an ihn.

>Das ist nicht gesund. Lass dich doch nicht so gehen<, hörte sie die Stimme ihrer Mutter im Ohr.

Wenn sie ihn wenigstens anrufen könnte. Um ihm zu sagen, wie sehr sie ihn vermisste, ihn immer noch liebte.

Seufzend schüttelte Anna den Kopf, als könnte sie damit die negativen Gedanken loswerden.

So konnte es nicht weitergehen. Sie musste endlich aufhören, einem Hirngespinst nachzurennen. Es würde keine zweite Chance geben. Anna ballte die Hände zu Fäusten. Tim hatte sich gegen sie entschieden und das musste sie endlich akzeptieren.

»Anna?«

Erschrocken wirbelte sie zu der Stimme herum. Nie würde sie vergessen, wie ihr Name aus seinem Mund klang.

Ungläubig starrte sie in seine blau-grünen Augen, die sie mit so viel Wärme anblickten.

»Tim?«, fragte sie benommen, als wäre sie aus einem tiefen Schlaf erwacht.

»Wie geht es dir?«, wollte er von ihr wissen.

»Geht«, nuschelte sie.

»Das ist so schön, dich hier zu sehen.« Sein Lächeln ließ ihr Herz schneller schlagen.

»Ja«, hauchte sie. »Ich … ich musste grad an dich denken.«

Sie blickte zu der Telefonkabine. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass er ihrem Blick folgte.

»Es tut mir so leid, Anna.«

Erstaunt wandte sie ihm ihr Gesicht zu. Unzählige Gedanken rasten in ihrem Kopf herum, aber nicht eine wollte ihren Mund verlassen.

»Ich habe einen riesengroßen Fehler gemacht. Bitte verzeih mir. Ich war so dumm. Hab Panik bekommen. Dabei warst du meine große Liebe.« Beschämt blickte er zu Boden. »Bist es immer noch«, flüsterte er, sah wieder auf und ein schwaches Lächeln umspielte seine Mundwinkel.

Und Anna sah endlich wieder Licht am Horizont. Rasend schnell breitete sich die Hoffnung in ihrem Körper aus, ließ sie strahlen.

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